DSL Spässe für Landeier

Da ich ziemlich abseits auf dem Land wohne, hat es auch ziemlich lang gedauert, bis ich in den Genuss von DSL kommen durfte. Nach zwei Jahren ISDN (mit der damaligen Sonntagsflatrate noch, war lustig, der Sonntag war dem Downloadmanager gewidmet 😉 ), habe ich endlich vor etwa zwei Jahren DSL bekommen. Natürlich nur Light, also 384k/64k up/down. Meinen ISDN Anschluss würde ich eigentlich am liebsten zu einem Analogen umwandeln (ich telefoniere ja hauptsächlich über Voice over IP), aber irgendwie traue ich mich nicht in der Befürchtung einen mehrmonatigen DSL-Ausfall zu riskieren…

Als ich letztens zum Bus ging, ist mir aufgefallen, dass um den Verteilerkasten etwa 150m von meinem Haus entfernt der Boden weggebuddelt war. „Da tut sich was…“ dachte ich mir, und habe erst mal Mailbomben an Bürgermeister, T-Com und 1und1 geschickt. Aktuell bin ich nämlich bei 1und1, aber die sind in dem Fall nur Reseller. Das aktuelle DSL kommt scheinbar aus dem Nachbardorf und ist deshalb so lahm…

Zwei Tage später standen ein Bagger und ein kleiner LKW beim Verteilerkasten und wühlten rum. Ich also gleich mal den Baggerfahrer gefragt „macht ihr hier DSL?“, was er bejahte. SUPER! WAHNSINN! Ich ziehe ins 20. Jahrhundert!….dachte ich jedenfalls. Ich meine, 150m Entfernung, da muss doch was gehen! Gleich mal den Kasten auf dem LKW gegoogelt, und es schien ein Outdoor-DSLAM zu werden.

Was mir übrigens schon ein paar Monate davor aufgefallen war, auf dem daneben stehenden Kasten wurde ein Blechaufsatz gemacht, in etwa wie hier:

keine Ahnung, wofür sowas ist… Evtl. kann mich da ja jemand aufklären?

Jedenfalls lag vor dem neuen Kasten noch ein Kabel im Boden, deshalb dachte ich auch, da geht noch nix. Ein paar Tage später kniet ein Techie vor dem Ding und legt innen Kabel auf (Das dicke Kabel ist immer noch aussen, unangeschlossen). Zu dem Zeitpunkt konnte ich auch sehen, dass der Kasten wohl doch kein Outdoor-DSLAM ist, da keinerlei aktive Technik sichtbar war, sondern nur diese Leisten auf denen die Kabel aufgelegt werden. Ich bin natürlich davon ausgegangen dass der Techie das da gerade erst aufbaut, also fragte ich ihn, wann denn wohl DSL verfügbar wäre.

„Wie, wann verfügbar?“
„Na, wann kann ichs haben?“
„Äh… ich leg grade die Leute auf…“
„Was, das Ding ist schon in Betrieb?“
„Jup… 16.000er…“
„ah, kein VDSL also… wie siehts denn mit dem Haus da oben aus (*deut*), könnte das in dem Verteiler da aufliegen?“
„Jo, durchaus möglich…“
„Habt ihr denn keinen Verkabelungsplan oder sowas, wo man kucken kann?“
„….“

hm. Also das Ding ist schon aktiv, und ich habs nicht. Und niemand hat mich GEFRAGT ob ichs haben will!

Also, wieder Rundmails an Bürgermeister, T-com, 1und1.

T-com: „Sie sind bei nem Reseller. Wir sagen goar nix.“
1und1: „An Ihrem Anschluss sind 384k verfügbar“ (Klar, die kommen ja in Outdoor nicht rein)
Bürgermeister: „Gehn Sie mal in den T-Punkt, die haben schon geholfen“

Uargh. T-Punkt. Das worum man meist nen grossen Bogen macht, weil normalerweise wenn man mit nem Telekomiker spricht, hat man irgendnen Vertrag hinterher.

Ok, ich also dahin gelatscht. Den ersten vollgequatscht, kuckt wie Ofen. Grosse Fragezeichen bilden sich bei Wörtern wie „Outdoor-DSLAM“ etc….
Meint er, er druckt mal irgendwas aus, und geht damit zur Chefin… kommt wieder, *gleiche* Aussage wie per Mail. Sie sind bei nem Reseller, wir können nix kucken.

Ich mein, ich hab doch noch das Kupfer von der T-Com im Haus liegen, und 1und1 mietet das nur? Haben die da sofort alle Pläne verbrannt? Oder werden alle DSL-Wechsler sofort der Ketzerei bezichtigt und dürfen nie wieder mit der T-Com sprechen?

Ich würde ja sogar wieder zur T-Com wechseln (müsste ich dann vermutlich eh, weil eben kein Reseller in die Kästen reinkommt), aber ich würde halt gerne wissen, ob ich dann ne Chance habe an schnelleres DSL zu kommen…

Ich hab‘ jetzt einfach aufgegeben. Pauschal mal Wechselantrag zu T-Com gestellt, weil vermutlich krieg ich erst dann von denen Auskunft. Bei 1und1 mal ins Interface gekuckt, meine erste Rechnung vom aktuellen Tarif datiert auf 13.12.2006. ARGH. Also häng ich da vermutlich noch ein Jahr. Naja, mal schauen, was die T-Com schreibt, bis dato noch keine Antwort.

Oh, und Kommentare wie „wenigstens hast du DSL…“ kann man sich sparen. Ich hatte lang genug keines 😉

Edit: Hier gehts übrigens um Tauberfeld, einen Ortsteil von Buxheim. Und: Noch immer keine Antwort von T-Com zu dem Wechselantrag…

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